Von Schwellen: Wie man Entscheidungen treffen kann
Stunde um Stunde durchleben wir unsere Zeit, Tag für Tag wandern wir von Termin zu Termin durch die Monate, Jahr um Jahr feiern wir Feste, Jahrestage, Geburtstage. “In 6 Monaten ist Weihnachten!” höre ich im Radio und wundere mich. Jetzt schon?
Bei genauerem Hinfühlen aber erleben wir Zeit nicht so gleichmäßig, wie Uhr und Kalender uns glauben machen wollen. Manchmal fühlt es sich an wie Stillstand, manchmal eher, als würde sie an uns vorbei galoppieren. Wo sind die Jahre? Ist noch Zeit für alles, was ich mir erwünscht und erträumt habe? Kann ich noch warten, bis ich mich entscheide, Dinge in meinem Leben zu ändern?
Ich möchte Dich einladen, deinen Blick auf die Schwellen zu lenken, die das Leben uns immer wieder präsentiert: Zeiten, die eine Entscheidung fordern.
Eine Entscheidung zu treffen, ist oft nicht leicht. Die Gedanken kreisen und man verliert sich im Für und Wider der Argumente. Manche Menschen entscheiden schnell, ohne lange zu überlegen. “Es muss sein, es muss ja weiter gehen.” Manche Menschen tragen sich lange mit einer Entscheidung. “Was ist der richtige Weg? Verliere ich etwas durch diese Entscheidung?”
Wie so oft findet sich eine Hilfe in der Verbindung zur Natur. Ich lade Dich ein zu mir in den Wald. Wir suchen einen am Boden liegenden Baumstamm. Dieser markiert die Schwelle der Entscheidung, die Du treffen möchtest oder vielleicht auch treffen musst. Auf dieser Seite stehst du jetzt. Trittst Du über den Stamm, ist es wie ein Zeitsprung: Die Entscheidung ist auf der anderen Seite schon getroffen. In der Therapie ist Raum, beide Seiten in Ruhe zu erfühlen: Wie geht es mir jetzt? Was drängt mich zur Schwelle hin, was hält mich zurück? Was trage ich in meinem “seelischen Rucksack”, was meine Schritte beeinflusst? Dann gehst Du hinüber und fühlst, wie es dir auf der anderen Seite geht. Was würde ich fühlen und denken, wenn die Entscheidung schon getroffen wäre? Was würde ich begrüßen oder vermissen?
Im Spiel mit der Schwelle überlisten wir die Zeit und die zu treffende Entscheidung verliert ihren Schrecken. Sie wird, was Schwellen in unserem Leben eben sind: Ein Teil des Weges.
Ich halte den Raum für Dich, damit Du den Lauf Deiner Geschichte bewusst und mit festem Schritt ausprobieren, überdenken und bestimmen kannst.