EMDR - Therapieverfahren
Seit Januar 2026 kann ich nun EMDR als ein weiteres Therapieverfahren in meiner Praxis anbieten. Da es sehr gut wissenschaftlich erforscht ist und ich auch eigene Erfahrungen damit habe, freue ich mich sehr darüber und möchte es hier vorstellen:
EMDR ist ein seit 2006 in Deutschland anerkanntes Therapieverfahren zur Behandlung von Traumafolgen, belastenden Lebenserfahrungen, Depressionen, chronischen Schmerzen, Ängsten und vielem mehr. EMDR steht für “Eye Movement Desensitization and Reprocessing”, was auf Deutsch "Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung" bedeutet. Es wurde Ende der 80er Jahre von Dr. Francine Shapiro (USA) entwickelt. Ein zentrales Element der EMDR-Behandlung ist die Nachverarbeitung der belastenden Erinnerung unter Nutzung bilateraler (beidseitiger) Stimulation: Die KlientIn folgt den Fingern der Therapeutin mit den Augen, während diese ihre Hand abwechselnd nach rechts und links bewegt. Diese Stimulation ahmt die Augenbewegungen im REM-Schlaf nach und unterstützt das Gehirn, die eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die belastenden Erinnerungen zu verarbeiten. Die Verarbeitung erfolgt auf einem anderen Weg als durch Gesprächstherapie. Es fühlt sich sprunghafter an: Gefühle, Gedanken und Bilder tauchen auf und verändern sich. Dabei ist es keine Hypnose oder Trance, sondern in jedem Moment die bewusste und wache Entscheidung des Klienten / der Klientin, weiterzumachen oder eine Pause einzulegen. Immer wieder wird im Prozess inne gehalten und besprochen, was gerade an Gedanken und Gefühlen aufgetaucht ist. So gehen KlientIn und Therapeutin in enger Zusammenarbeit und ständiger Absprache durch den Prozess.
In Studien zeigte sich, dass 80% der KlientInnen sich schon direkt nach der ersten Sitzung mit EMDR deutlich entlastet fühlen!
Ist das also die Abkürzung, die sich KlientInnen und TherapeutInnen so oft wünschen? Ein paar Sitzungen mit EMDR und alles ist weg oder zumindest viel besser? Meiner Ansicht nach ist diese Methode so effektiv, dass ich sie unbedingt erlernen und für meine KlientInnen anbieten möchte. Allerdings kann diese Methode nicht für sich alleine stehen. Eine gute und achtsame Bestandsaufnahme der psychischen Situation ist genauso wichtig wie ein tragfähiges Vertrauensverhältnis zwischen Therapeutin und KlientIn. Da bei EMDR direkt mit Erinnerungen und Gefühlen aus der belastenden Situation gearbeitet wird, können im Prozess der Verarbeitung starke Gefühle auftauchen, die einen sicheren Rahmen und Vertrauen brauchen sowie die Fähigkeit zur Regulation, die vorher besprochen und geübt werden muss. Nur dann kann diese besondere Art der Verarbeitung wirken.
So ist EMDR für mich eine Therapieform, die ich gerne in meine Praxis einbeziehe. Sie passt gut in den Prozess der integrativen Therapie, mit der ich arbeite.
Jeder Mensch, der zu mir in die Praxis kommt, hat ein einzigartiges Leben, einen ganz persönlichen Weg, den ich begleite und unterstütze. Jeder trägt die Fähigkeit zu Heilung und Wachstum in sich. Und das ist das Ziel, zu dem der jeweilige individuelle Weg führt. Vielleicht gehört EMDR mit zu deinem Weg. Vielleicht auch nicht. Letztlich geht es eben nicht um die Methode - wie gut sie auch belegt und erforscht ist, sondern um eben diesen individuellen Weg.